Gerne erinnere ich mich an das Hochzeitsfest sehr guter Freunde zurück. Wir durften damals mit nach Portugal reisen um an diesem unvergesslichen Anlass dabei zu sein. Neben den festlichen Aktivitäten haben wir viele Sehenswürdigkeiten und wunderschöne Landschaftszüge erkundet. Schon damals sind mir auf einer Rundreise immer wieder die unzähligen Korkeichen ins Auge gestochen. Das Hauptanbaugebiet der Korkeiche in Portugal ist die Region Alentejo. Der Korken wird aus der Rinde der Korkeiche hergestellt. Dabei wird die Rinde vom Baum getrennt ohne die darunterliegende Rinde oder den Baum zu beschädigen.
Die Korkeiche kann erst ab ihrem 20. Lebensjahr für die Korkproduktion erstmals geschält werden und dies in Abständen von 10 bis 13 Jahren. Eine mühselige und schweisstreibende Handarbeit die seit vielen Jahrzenten praktiziert wird. Neben Portugal tragen auch Frankreich, Italien und Spanien dazu bei, die Korkindustrie in Europa am Leben zu erhalten. Jährlich werden rund 350'000 Tonnen Kork in Europa produziert was ungefähr einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro entspricht. Nur die beste Qualität wird für den Flaschenkorken verwendet. Mindere Qualität wird als Granulat, Dämmmaterial oder als Fussbett für die berühmten Haussandalen weiterverwertet. Beim Naturkorken gibt es immer wieder Diskussionen bezüglich des unbeliebten Korkgeschmacks. Die Stärke kann von einem leichten Korkengeschmack, der von manchen Weingeniessern nicht einmal wahrgenommen wird, bis zur totalen Ungeniessbarkeit des Weins reichen. Dabei muss die Ursache nicht immer beim Korken oder an der Qualität des Weins liegen. Studien belegen, dass auch Desinfektions- und Reinigungsmittel, die im Verlaufe des Winzerbetriebs in den Wein gelangen können zu einem Korkgeschmack führen können. Aber auch schlechtes Verpackungsmaterial und Paletten sind als Verursacher schon ausgemacht worden. Der Geruch selber ist äusserst störend. Der Wein riecht nach Keller oder nach nasser Erde. Ein weiterer Grund können auch Schimmelpilze sein, die entstehen beim nicht gründlichen Reinigen der Fässer. Ist der Muffgeruch nur minimal ausgeprägt, lohnt es sich den Wein bevor man ihn wegschüttet einfach mal eine halbe Stunde stehen zu lassen. Oftmals verschwindet der unangenehme Geruch durch die Luftzufuhr. Das Argument, dass ausschliesslich der Naturkorken der Auslöser für Korkgeschmack ist und durch alternative Verschliessungsmethoden abgelöst werden muss, kann somit nicht stehen gelassen werden. Vor allem steht der Profit im Vordergrund, denn Kunststoffkorken oder Drehverschlüsse sind weitaus günstiger in der Herstellung. Auf jeden Fall lohnt es sich Flaschen mit Naturkorken liegend zu Lagern. Weil nur ein feuchter Korken die Dichte der Flasche garantiert. Undichte Korken führen dazu, dass der Wein mit zu viel Luft in Kontakt gerät und durch die Oxidation verdirbt.
