Als ich vor einigen Jahren einem Arbeitskollegen erzählt habe, dass ich übers Wochenende nach Colmar (Elsass) reisen werde, fragte er mich, ob ich ihm einen feinen Gewürztraminer mitbringe. Was zum Geier ist ein Gewürztraminer? In der Zwischenzeit weiss ich es natürlich. Es handelt sich dabei um eine weisse Rebsorte, auch wenn die Trauben eine hellrote Farbe aufweisen. Im 11. Jahrhundert wurde sie erstmals in einer kleinen Stadt Namens Tamin erwähnt.
Heute befindet sich das grösste Anbaugebiet des Gewürztraminers auf ungefähr 3‘000 Hektar im Elsass. Dort wird er insbesondere als Spätlese gekeltert und geniesst nicht nur hohes Ansehen, sondern gehört auch zu den hochwertigen Traubensorten dieser Region. Neben dem Elsass zählt Deutschland mit rund 900 Hektaren zu den weiteren grossen Produzenten dieser besonderen Rebsorte. In der Schweiz hat die Produktion mit rund 50 Hektar keine grosse Bedeutung.

Aber es wäre durchaus interessant einen einheimischen Gewürztraminer zu trinken. Insbesondere in Zürich wird diese Sorte angebaut. Aber mir ist es aber bis heute noch nicht passiert, dass ich über einen Zürcher Gewürztraminer gestolpert bin. Aus dieser speziellen Traube werden goldige, süsse, alkoholreiche Weine produziert mit ausgeprägten Düften in der Nase. Ihre Würzig- & Fruchtigkeit sind unverkennbar. Je nach Bodenbeschaffenheit des Terroirs, Reife der Trauben und Jahrgang bieten Gewürztraminer eine äusserst breite Aromapalette an. Daher gehören die Gewürztraminer nicht unbedingt zu den schwer zuerkennenden Weissweinen und bleiben auch nicht geübten Weintrinkern noch lange in Erinnerung. Falls Sie noch nie die Gelegenheit hatten einen Gewürztraminer zu degustieren, empfehle ich Ihnen dies unbedingt nach zu holen. Sie können sehr gut zum Apéro oder Dessert getrunken werden.