Italien:

In Italien ist die Weinernte sehr gut ausgefallen. Gemäss unseren Kontakten im Piemont soll die Qualität sogar hervorragend sein.. Insgesamt gehen die Verbände wie der Agrarfachverband davon aus, dass mit der Ernte im letzten Jahr zwischen 47 und 50 Millionen Hektolitern Wein produziert werden kann. Das würde Italien als weltweit grössten Weinproduzenten bestätigen. Speziell erwähnen möchte ich, dass der weltbekannte Produzent Masi Agricola aus dem Valpolicella, das erste Mal eine Dividende auszahlen kann. Sizilien sollte als weitere Region von dem exzellenten Weinjahr ebenfalls profitieren können. Diese Region hat sich in den letzten 40 Jahren vom günstigen Massenweinerzeuger zu einer respektablen Weinregion hochgemausert. Für Italien sind wir also sehr positiv und gespannt was kommen wird!

Frankreich:

In Frankreich verlief nicht alles so geschmiert das letzte Jahr. Vereinzelt wurden Winzer aus dem Bordeaux bereits im Frühling mit den ersten Hagelstürmen konfrontiert. Dabei reichen meist wenige Minuten aus, um verheerende Schäden anzurichten. Wenn ist im Frühjahr bereits stürmt wird es sehr schwierig für die Winzer das laufende Jahr noch erfolgreich abzuschliessen. Auch muss stets mit Konsequenzen für die nächsten Jahre gerechnet werden. Wenn z.B. Rebstöcke ersetzt werden müssen, braucht das einige Jahre um wieder auf dem gleichen Qualitätsniveau zu sein. Gerade das Bordeaux war bereits im 2017 mit Frost und Hagel konfrontiert, was zur kleinsten Ernte seit langer Zeit führte. 2017 war zum vergessen. Unsere französischen Nachbarn sprechen deshalb vom schlechtesten Jahr seit dem zweiten Weltkrieg.
Die Winzer fürchteten sich daher zu Recht vor dem weiteren Verlauf im 2018. Letztes Jahr setzte den Reben aber eher das Trockene und Heisse Wetter zu, sollte man meinen. Nicht aber in Frankreich. Die Lese konnte dementsprechend Früh in Angriff genommen werden und man war in der Lage bereits Ende August, Anfangs September zu ernten. Unsere ersten Eindrücke sind äusserst positiv. Man darf auf gehaltvolle Rotweine und elegante Weissweine aus Blauweissrot hoffen!


Spanien:

Durch regionale erschwerte Wetterbedingungen konnte in Spanien die Weinlese erst mit einer leichten Verzögerung in Angriff genommen werden. Insgesamt bereitete das Wetter aber keine grösseren Schwierigkeiten im letzten Jahr. So darf auch in Spanien, ähnlich wie in Italien, mit sehr viel mehr Traubenvolumen gerechnet werden. Erste Rückmeldungen auch von der Iberischen Halbinsel sind sehr positiv was die Qualität anbelangt. Wir schätzen das 2018 als sehr gutes Weinjahr ein.

Österreich:

Auch bei unserem östlichen Nachbarn war der Sommer nicht weniger gut. Der Frühling war einer der Wärmsten seit Messbeginn. Auch der Sommer war wie in der Schweiz und übrigens auch in Deutschland von Trockenheit und überdurchschnittlich warmen Temperaturen gekennzeichnet. Dadurch konnte in Niederösterreich und im Burgenland bereits im August mit der Weinlese begonnen werden. Auch in Österreich darf mit einer sehr ausgiebigen Erntemenge gerechnet werden. Wir erwarten vor allem aus dem Burgenland sehr fruchtige, traubentypische und gehaltvolle Rotweine.

Schweiz:

Und wie lief es in der Schweiz? Im Tessin spricht man vom besten Jahr überhaupt auf die letzten zehn Jahre bezogen. Die Tannine sei bei den Merlots besonders gut ausgereift, die Farbe kräftig und von der Traubenqualität darf einiges erwartet werden! Auch die Wasserversorgung der Reben war durch die starken Regenfälle im Frühjahr fürs ganze 2018 gewährleistet. Die Rebenstöcke hatten es daher im Tessin etwas angenehmer als im nördlichen Teil der Schweiz. Wir gehen von einem sehr starken 2018 in der Schweiz aus mit charaktervollen Rotweinen und angenehm säurehaltigen Weissweinen. Top!