Österreich mauserte sich in den letzten Jahren zu einem ausgezeichneten Weinland. Mit einer Anbaufläche von rund 46‘000 ha ist Österreich im Vergleich zu Ländern wie Frankreich oder Spanien klein, aber oho. Dabei steckte unser Nachbar aufgrund des Glykol-Skandals Mitter der 80er in einer tiefen Krise. Als nämlich publik wurde, dass zahlreiche Winzer ihre Weine gefälscht und mit Glykol, einem gesundheitsschädigendem Frostschutz- und Lösungsmittel, den Alkoholgehalt erhöht hatten.
Umso grösser war der Ehrgeiz die Weinkultur wieder auf ein Topniveau zu heben.
Anlässlich der diesjährigen Weinreise möchten wir uns ein genaueres Bild einer Handvoll ausgesuchter Winzer im Burgenland machen. Also machen wir uns auf im Spätsommer an den Neusiedlersee zu reisen. An den Ufern befindet sich ein Grossteil der burgenländischen Rebfläche und gemäss Falstaff gehören rund 240 Weingüter aus dieser besonderen Region zu den Top Adressen des Landes. Das Klima bietet hervorragende Bedingungen für den Weinbau, da die Sommer heiss und trocken sind und der See mildernd auf das Klima im Winter wirkt. Durch die Verdunstung ist die Luftfeuchtigkeit auch im Herbst relativ hoch, was sich auf die umliegenden Rebflächen sehr positiv auswirkt. Bei den Weissweintrauben dominieren Welschriesling und Grüner Veltliner. Die Zweigelt ist die dominierende Rotweintraube und bringt fruchtige und äusserst harmonische Rotweine hervor. Vor der Jahrtausendwende wurde mehrheitlich Weisswein angebaut, jedoch haben die lokalen Winzer bemerkt, dass sich die Region auch für die Herstellung von hervorragenden Rotweinen nutzen lässt. Die Anbaufläche der Rotweintrauben hat sich demnach seit den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt.
