Der Temperaturanstieg führt auch beim Wein zu unterschiedlichen Auswirkungen. Plötzlich können Rebsorten aus dem Süden auch bei uns in Mitteleuropa kultiviert werden. In der Schweiz stellt man eine Zunahme von Malbec fest und Merlot wird bereits im Aargau eifrig angebaut. Bislang galt der 55. Breitengrad als nördliche Grenze für den kommerziellen Weinanbau. Diese Grenze hat sich weiter nördlich bis zum 58. Breitengrad verschoben. Somit kann heute auch in Dänemark und England die Kultivierung von Wein vorangetrieben werden. Deutschland, gilt als das Weissweinland, wird in Zukunft vermehrt Rotwein auf den Markt bringen und aus dem Wallis werden wir tolle Cabernets und Syrahs sehen. Dank des Klimawandels können heute Reben auch in höheren Lagen angebaut werden, mit dem Vorteil dass sich der Zuckergehalt nicht zu stark entwickelt.

Aber die Veränderung der Temperaturen hat nicht nur positive Folgen. Es muss ein Umdenken stattfinden, was die Lage, die Rebsorte und den Stil der Kultivierung anbelangt. Die Änderung der Reifephase hat einen direkten Einfluss auf die Trauben und deren Inhaltsstoffe. Etablierte Weine könnten in Zukunft nicht mehr das ins Glas bringen was man sich von ihnen gewohnt ist. Autochthone Rebsorten verschwinden aus ihren ursprünglichen Gebieten. Das Wetter wird für die Winzer unberechenbarer. Wobei der Hagel besonders gefürchtet ist. Und wir alle wissen, dass Wetterschutz nicht nur beim Weinanbau sehr teuer ist. Diejenigen Winzer, welche sich diesen einschneidenden Veränderungen nicht stellen wagen, werden es schwer haben.