Italien:


In Italien sah es nach einem äusserst niederschlagsreichen und kühlen Mai eher durchzogen aus. Die Winzer waren besorgt über die Erträge und die Qualität aufgrund der verregneten ersten Jahreshälfte. Im Juni änderte sich die Wetterlage aber zum Glück und auf den Spätwinter folgte direkt der Hochsommer. Innert kürzester Zeit schnellten die Temperaturen von gegen 20 Grad auf sommerliche 38 Grad hoch. Endlich konnten die Reben und Böden trocknen, was den Weinbergen gut tat. Ab Juli verlief der Sommer sehr ausgeglichen und ohne die rekordhohen Temperaturwerte des Junis. Durch den Rückstand verschob sich auch der Lesezeitpunkt im Kalender nach hinten. Die Qualität hat aber nicht gelitten.

Das Piemont und die Toskana sprechen von grossartigen Qualitäten, wie zu besten Zeiten. Auch die Küstenregionen sprechen von einem grossartigen Jahrgang mit etwas geringer Menge. Und die südlichen Regionen vermelden ebenfalls hervorragende Reife ihrer Trauben.


Frankreich:


In Frankreich war der Sommer 2019 durch eine sehr starke Trockenheit geprägt. Dadurch hatte der Mehltau praktisch keine Chance. Die ausgiebigen Regengüsse anfangs Herbst hätten das Wachstum der Trauben beschleunigt, was vor allem der Cabernet zu einer ausgezeichneten Reife verhalf. Aber auch Frankreich, insbesondere das Bordeaux, vermeldet im Ganzen eine geringere Ertragsernte, aber mit gleicher Fruchtigkeit und Gerbstoffreife wie im 2018. Das Burgund hatte ebenfalls eine erfreuliche Lesung zu vermelden, diese musste aber aufgrund des Grauschimmels frühzeitig erfolgen. Die Champagne hatte mit Frühlingsfrösten und aufgrund der anschliessenden trockenen Wetterabschnitte mit Pilzinfektionen zu kämpfen. Äusserst positiv ausgefallen ist der 2019er in der Provence. Wir freuen uns schon jetzt auf den Rosé von Glutowski! Insgesamt registriert aber auch die grande Nation mit einer geringeren Ertragsernte von bis zu 20% gegenüber dem 2018.


Spanien:


Spanien hatte 2019 ein extrem schwieriges Jahr. Der glühend heisse Sommer hatte vor allem im Priorat zu einem Ertragsausfall von bis zu 50% geführt. Immer wieder kamen Waldbrände um Madrid den Winzern und ihren fürsorglich gepflegten Rebbergen gefährlich nahe. Hingegen verzeichnete der Südosten äusserst starke Niederschlagsmengen. In wenigen Tagen regnete es mehr als in einem ganzen Jahr. Auch Spanien verzeichnet im 2019 insgesamt geringere Erträge. Der Grund dafür ist Trockenheit, stark verregnete Wetterperioden und die reduzierte Ertragsfähigkeit der Rebstöcke aufgrund der grossen Erträge im 2018.
Aber dennoch sind die Winzer nicht so negativ wie man annehmen könnte. Die Alkoholwerte sind hoch ausgefallen, die pH-Werte niedrig und trotz der Trockenheit fehlt es den Weinen nicht an Säure. Herausstechen dürften die Regionen Rioja und Ribeiro del Duero. Feuchtigkeit und Hitze bescherten tropenähnliche Bedingungen wodurch die Trauben sehr schnell zur Reife gelangten. Winzer aus diesen Regionen sprechen sogar vom besten Jahrgang seit über 10 Jahren.


Österreich:


Auch Österreich vermeldet geringere Ernten als im 2018, aber sehr gute Qualität. Die gesamte Region Burgenland verzeichnete kaum Niederschläge bis zum September. In einigen Weinanbaugebieten regnete es bis Anfang Mai spärliche 20 Millimeter. Dies führte zu einem verspäteten Austrieb, was hingegen die Gefahr des Spätfrosts ausliess. Und im Spätsommer setzte dann doch noch vermehrt Niederschlag ein. Insgesamt sind wir sehr zuversichtlich auf Österreich bezogen. Feedbacks von Winzern sprechen von einem sehr einfach Weinjahr. Mit einem perfekten Sommer und Herbst konnte die Grundlage für einen ganz grossen Jahrgang gelegt werden. Die Natur hat vorgelegt, es wird sich aber noch zeigen, ob es die Winzer schaffen aus dem 2019er ein Meisterwerk zu erschaffen.


Schweiz:


Ähnlich wie in Österreich war das Weinjahr 2019 ein ruhiges. Frost und Hagel machten nur in einzelnen Regionen Radau, aber dafür umso heftiger. Das Zürcher Weinland war am stärksten betroffen mit Winzern die 80% der Ernte in einzelnen Rebbergen verloren. In der Deutschschweiz insgesamt wird die Ernte etwa 10% niedriger gewesen sein. Aber 2018 war ein Rekordjahr was hoffentlich dem einen oder anderen helfen konnte.
Das Wallis ist bekanntlich das grösste Weinanbaugebiet der Schweiz. Mit der Qualität zeigt man sich äusserst zufrieden. Aber aufgrund der starken Niederschläge hatte man vermehrt mit Pilzinfektionen zu kämpfen. Was vor allem die Biowinzer zu spüren bekamen. Aufgrund der hohen Produktionsmengen im 2018, wurde im letzten Jahr der Ertrag reduziert. Man geht von bis zu 15% aus. Insgesamt darf man aber mit dem Jahrgang 2019 sehr zufrieden sein.